Gemeinde Sternenfels

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Eppinger Linienweg

Geschichtlicher Hintergrund

Das Bestreben des französischen Sonnenkönigs Ludwig XIV. war die Verlagerung der Grenze an den Rhein und deren Sicherung durch Brückenköpfe östlich des Rheins. Da sein Bruder, der Herzog von Orleans, mit Lieselotte von der Pfalz verheiratet war, nahm er die Gelegenheit beim Tode ihres Bruders wahr und machte Ansprüche auf Teile der Pfalz geltend, obwohl solche im Heiratsvertrag extra ausgeschlossen worden waren. 

Zur Abwehr der französischen Ansprüche hatte sich eine Europäische Allianz gebildet, die aber anfangs durch den Türkeneinfall (Wien) im Osten gebunden war. Um den deutschen Südwesten zu schwächen, fielen die Franzosen ab 1688 regelmäßig im Frühjahr ein und brandschatzten das Land. 1689 gingen zahlreiche größere und kleine Ortschaften in Brand auf (Speyer, Worms, Sinsheim, Bretten, Heidelsheim, Bruchsal, Mannheim und Heidelberg). Im September 1692 wurde Herzogadministrator Friedrich Karl v. Württemberg bei Ötisheim mit seiner 4.000 Mann starken Reiterei vernichtend geschlagen und anschließend das Nagoldtal zerstört (Pforzheim, Liebenzell, Calw und Kloster Hirsau). Jetzt wurde die Gefahr erkannt und der Kaiser ernannte den im Türkenkrieg erfolgreichen Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden (Türken-Louis) zum Oberkommandierenden am Rhein. Er ließ die Verteidigungslinie zwischen Sinsheim und Pforzheim einrichten, die hauptsächlich die Geländevorteile nutzte, aber dort, wo es über freies Feld ging, eine Graben-/Wall-Befestigung installieren. Im Wald wurde durch bewusst sperriges Fällen ein „Verhack“ geschaffen, das der Reiterei ein fast unüberwindliches Hindernis entgegensetzte. Die Eppinger Linie wurde nie ernsthaft angegriffen. Noch während des Friedensschlusses 1697 in Rejswyck wurde an ihr gebaut. Ein System von Wachtürmen (Chartaquen) diente der Beobachtung und Sicherung. Die Chartaque wurde auch zum Markierungssymbol des Weges, der 18 Infotafeln aufweist.

1.Etappe

Gestartet wird an der Heilbronner Straße in Richtung Ortsausgang. Beim Aussiedlerhof folgt man der Markierung entlang des Waldtraufs. Kurz nach der dritten großen Wiese biegt man scharf nach Norden und überquert die Landstraße weiter nach Norden. Nach dem Sportplatz (Infotafel) führt der Weg längere Zeit über freies Feld.

Nördlich von Ochsenburg wieder den mit Streuobstwiesen gesäumten Waldtrauf entlang, um dann wieder nach Norden in den Wald vorzudringen. Man kreuzt oder berührt ständig die Verteidigungslinie. Wo die Linie in spitzem Winkel auf die Waldstraße stößt, wurde ein Teilstück restauriert (Infotafel und Palisaden).

Beim Parkplatz "Rottstück "an der Landesstraße wurde eine Chartaque nachgebaut (Aussicht). Nach der Überquerung der Straße lohnt sich ein Abstecher zum Ottilienberg (Grillplatz), historischer Anbetungsplatz (heute verfallene Kapelle).

Danach begibt man sich über eine Treppe auf die Hochfläche, die erst nach der Baumannshütte über die "Himmelsleiter" wieder verlassen wird. Von hier ist es noch knapp eine halbe Stunde zum Endpunkt der Etappe. Da es sich um eine Streckenwanderung handelt, ist es sinnvoll, hier vorher einen Wagen zu parken.

Unterwegs besteht keine Einkehrmöglichkeit, deshalb an Rucksackverpflegung denken. Die Wege sind überwiegend gekiest, trotzdem wird gutes Schuhwerk empfohlen, besonders bei feuchtem Wetter.

Eppinger Linien-Weg
Hinweistafel Eppinger Linienweg am Sternenfelser Schloßberg

2.Etappe

Von der Zentralkreuzung aus wandert man die Maulbronner Straße am "KOMM-IN" vorbei zum Siehdichführ, wo man rechts einbiegt. Bald ist man am Waldrand und gleich an einem Teich, wo man in halblinker Richtung wieder an Höhe gewinnt.

Die Eppinger Linie liegt knapp südlich des Weges und wenn man aufs freie Feld kommt, geht sie direkt nach Süden, während der Wanderer dem befestigten Weg folgt und die Landstraße überquert. Nach der Durchquerung der Eppinger Linie im Wald, auf engem Pfad über den Scheuelberg (382 m), wo noch der Standort einer Chartaque auszumachen ist. Nach dem Wasserbehälter wird der Weg nochmals ein wenig schlechter, aber bald geht es wieder auf einer Forststraße entlang. Nach einer halben Stunde steigt man zum Kloster ab.

Maulbronn ist die einzige Ortschaft, die angelaufen wird. Man durchquert den Ort der Markierung entlang und gelangt wieder in den Wald (Anstieg). Auf der Hochebene folgt man der Eppinger Linie seitlich oder bewegt sich direkt darauf zu. Nach Überquerung der B 35 ist wieder ein Stück Wall mit Palisaden bestückt. Bald ist der Sauberg erreicht, wo früher eine Sternenschanze eingerichtet war. Heute steht am Weinbergrand die Nachbildung einer Chartaque.

Von hier aus sieht man bereits das Ziel: Mühlacker. Man steigt ab und folgt durch den Welschenwald direkt der Linie. Auf freiem Feld angelangt, entlang der Markierung in Richtung Ziegelei und Bahnhof, wo der Wanderer einen Bus zum Ausgangsort besteigen kann.

Eine genaue Wegbeschreibung von September 2014 finden Sie hier.

 

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Eppinger Linien-Weg finden Sie z. B. unter Wikipedia.

Gemeindeverwaltung Sternenfels, Maulbronner Str. 7, 75447 Sternenfels

Tel. 07045 970-4000 | info@sternenfels.org