Gemeinde Sternenfels

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Geschichte der Sandbauern

1. und 2. Jahrhundert n. Chr.

Die Römer brachten im 1. und 2. Jahrhundert n. Chr. ihre Erfahrungen über die Steinbearbeitung ins heutige Stromberggebiet mit. Sie benutzten Schilf- und Stubensandsteine für Bauwerke und Skulpturen.

Im 12. und frühen 13. Jahrhundert

Im 12. und frühen 13. Jahrhundert ist dann eine planmäßige Verwendung der Keupersandsteinezu Bauzwecken nachweisbar. Zu dieser Zeit wurde auch die Burg der Herren von Sternenfels aus weißem Stubensandstein erbaut.

Ab dem 13. Jahrhundert wurden auch in der Umgebung von Sternenfels Steine gebrochen, Flurnamen wie "Steingrube" deuten darauf hin.
Während des 30-jährigen Krieges wurde der Ort verwüstet und war danach zeitweise verlassen. Erst ab etwa 1700 blühte die Steinhauerei wieder auf.

Das Sandbauerngewerbe ist unmittelbar mit der Steinhauerei verknüpft, beide Gewerbebereiche hängen zusammen. Exakt datieren lässt sich das erste Aufkommen der Sandmühlen nicht, doch man kann, ausgelöst durch ein gesteigertes Reinlichkeitsbedürfnis, etwa die Zeit um 1740 annehmen. Man entdeckte, dass die in den Stubensandsteinbrüchen gebrochenen und zu feinem Sand zermahlenen weißen Steine ein ausgezeichnetes Putz- und Scheuermittel waren. Im Laufe der Zeit entwickelte sich ein eigenständiger, von der Steinhauerei losgelöster Berufszweig.

Um 1860

Um 1860 wurden alleine in Stuttgart jährlich 3 Mio Liter Fegesand verbraucht. Zu dieser Zeit arbeiteten in Sternenfels etwa 35 Sandmühlen. Ursache des ab 1880 rückgängige Scheuersandhandels war das Aufkommen von Metall- und Keramikküchengefäßen.
Die tannenen Weichholzböden, die regelmäßig mit einem Wasser-Fegesandgemisch aufgeputzt werden mussten, wurden nach und nach durch Hartholzböden, vor allem Parkett oder fugenlose Linoleumböden, ersetzt, die geölt oder gewachst werden mussten.

Der gesamte Gemeindewald auf dem Sandberg wurde im Laufe der Zeit völlig durchwühlt und nach geeigneten Stubensandsteinen durchsucht. Hierbei entstand ein Bild der Verwüstung. In einer Akte von 1897 heißt es:
"... dieses Pachtgeld steht aber in keinem Verhältnis zu dem Schaden, der durch die Benützung als Sandgrube angerichtet wird. Dass zugunsten weniger Gemeindebürger und zum Nachteil der ganzen übrigen Steuerzahler so gewirtschaftet werden kann, muss ich sehr bezweifeln... Der Gemeinderat hat nicht den Mut, gegen die Zumutungen der Sandbauern aufzutreten, da sie sich stets grob und beleidigend in Wirtschaften gebärden."

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde es dann ganz verboten, aus dem Sternenfelser Gemeindewald Stubensandsteine abzufahren, und so mussten die Sandbauern ihren Rohstoff aus den Nachbargemeinden beziehen. Die Bedingungen für die Sandbauern wurden dadurch noch zusätzlich verschlechtert.

Der Niedergang der Sandbauern in den 30er Jahren ist schließlich auf die Entwicklung von chemischen Putzmitteln zurückzuführen. Ab dieser Zeit war es nicht mehr möglich, Stubensand zu verkaufen.

Wappen

Was bedeutet das Wappen von Sternenfels?
Wo hat es seine Ursprünge?

Hier geht es zur Beschreibung des
Wappen von Sternenfels.

1935

1935 wurde die letzte Sandmühle geschlossen. Auf einem kulturhistorischen Rundwanderweg wird auf insgesamt 8 Tafeln über die Geschichte der Sandbauern informiert. (Strecke: 5 km, Wanderzeit: 1, 5 Std.)

Die Touristik-Agentur bietet eine geführte Wanderung auf diesem Weg an. Zu dieser Führung gehört auch die Besichtigung des Schlossbergturmes und der Heimatstube. 

1974

Zum 1. Januar 1974 wurde die Gemeinde Diefenbach mit der Gemeinde Sternenfels zur neuen Gemeinde Sternenfels vereinigt. Am 2. Januar 1974 fand die konstituierende Sitzung des Gemeinderats der neuen Gemeinde Sternenfels statt. Bürgermeister Helmut Wagner sollte über 30 Jahre an der Spitze der Gemeinde Sternenfels stehen, bis ihm Bürgermeisterin Sigrid Hornauer im Jahr 2006 im Amt folgte.

ARGE Sandbauern
ARGE Sandbauern

Gemeindeverwaltung Sternenfels, Maulbronner Str. 7, 75447 Sternenfels

Tel. 07045 970-4000 | info@sternenfels.org